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Murata Seimin war einer der namhaftesten Metallgießer der Edo-Periode, berühmt für seine Schildkröten von realistischer, naturgetreuer Gestalt. Die vorliegende Arbeit zeigt eine Schildkröte mit ihrem Jungen, das ihr gerade auf den Rücken klettert. Das größere Tier trägt mittig am Bauch die Inschrift „Bunsei nen Seimin chū“ (Bunsei-Ära, gegossen von Seimin). Die Jahre der Ära Bunsei (1818–1831) können als äußerst produktive Phase in Seimins Schaffen gelten, während derer er wahre Meisterstücke wie etwa ein auf das Jahr 1821 datiertes Löwenpaar im Hanazono-Schrein von Shinjuku gefertigt hat. Bis heute haben sich weltweit Arbeiten mit der hier vorliegenden Inschrift in großer Anzahl erhalten. Die Bunsei-Ära umspannt die späten Lebensjahre von Seimin I., damals in seinen ausgehenden 50ern bis frühen 70ern. In dieselbe Ära fällt auch die Ankunft von Heinrichs Vater Philipp Franz von Siebold, der 1832 als Angehöriger der Holländischen Handelsniederlassung nach Japan kam. Seimin I. entstammte der Familie Kimura 木村 aus Edo. Nachdem er bei Tagawa Minbu in die Lehre gegangen war, wurde er schließlich Vormund der Familie Tagawa 田川. Daher soll er sich auch Murata 村田 genannt haben, als Verbindung von jeweils einem Schriftzeichen aus den Namen dieser beiden Familien. 1829 machte er seinen Adoptivsohn Kimura Toun als Seimin II. zu seinem Nachfolger, weshalb auch dieser als Urheber in Frage kommt. Beide haben sich als Metallgießer einen bleibenden Namen gemacht. (HK)

Collector:
Heinrich von Siebold (1852 St. Martin/Boppard - 1908 Schloss Freudenstein/Bozen) DNB

Material/technology:
Bronze

Copyright
Weltmuseum Wien

Collection area
Ostasien

Invs.
34656

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