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Unter den von Siebold gesammelten Bildern und Zeichnungen fällt dieses Rollbild mit seinen bunten Fahnen besonders ins Auge. Es zeigt im Zentrum das kaiserliche Chrysanthemen-Wappen und die japanische Flagge der aufgehenden Sonne, die von den Familienwappen der Samurai-Familien umgeben sind. Vermutlich hat Siebold dieses Bild in die Sammlung aufgenommen, da er in den Wappen etwas typisch Japanisches sah. Das Rollbild umfasst insgesamt 91 Flaggen, bestehend aus je drei Varianten von 29 Samurai-Familien, darunter zwei der Familie Tokugawa. Am oberen Rand des Rollbilds findet sich die Tuschesignatur 大日本國御大名國主方相印 (dai nihonkoku godaimyō kokushugata sōin – Flaggen des großen Japans und seiner daimyō) und am unteren Rand die Signatur 東京藤原爲親寫 (tōkyō fujiwara tamechika sha – dupliziert von Fujiwara Tamechika, Tōkyō) sowie zusätzlich ein roter Stempeldruck mit den Zeichen 廣近/席上 (hirochika / sekijō). Mit daimyō kokushu wurden Feudalherren bezeichnet, die über mehr als eine Provinz herrschten. Das Besondere an diesem Rollbild ist, dass neben den 20 Wappen der kokushu und jenen der drei Zweige der Familie Tokugawa auch Wappen von Familien abgebildet sind, die normalerweise nicht zu den kokushu gezählt wurden. Über den Künstler ist zwar nichts Genaueres bekannt, jedoch dürfte dieses Rollbild im Zeitraum zwischen dem 17. Juli 1868, dem Tag an dem Edo in Tōkyō umbenannt wurde, und 1872 entstanden sein, dem Jahr in dem die Lehen abgeschafft und die Präfekturen eingerichtet wurden. (Hku)

Sammler/in:
Heinrich von Siebold (1852 St. Martin/Boppard - 1908 Schloss Freudenstein/Bozen) DNB

Material/Technik:
Papier, Farbe, Holz

Bildrecht
Weltmuseum Wien

Sammlungsbereich
Ostasien

Geographie
Ostasien/Japan

Inv. Nr.
34902

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