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Diese Zylindervase trägt auf der Unterseite zwar die Signatur „乾山”(„Kenzan“), doch aufgrund deren Stils sowie des Designs der Vase dürfte es sich nicht um ein Werk von Ogata Kenzan (1663–1743) handeln. Vermutlich wurde diese Zylindervase zwischen Ende der Edo-Periode und Anfang der Meiji-Periode (Mitte bis spätes 19. Jh.) hergestellt und der Stil von Kenzan-Keramiken imitiert. Der Korpus dieser Vase ist mit einem Bild der 36 sanjūrokkasen bemalt. Damit werden die Mitte der Heian-Periode (794–1185) vom großen waka-Dichter Fujiwara no Kintō (966–1041) auserwählten, 36 Meister der Dichtkunst bezeichnet. Dieses von der Kamakura-Zeit (1185–1333) an äußerst beliebte Motiv wurde häufig und gerne abgebildet. Mitte der Periode-Zeit gewann dieses Motiv durch Ogata Kōrin (1658–1716), den leiblichen Bruder von Ogata Kenzan, erneut an Popularität. Dabei erweckte er alle Dichter, die zu unterschiedlichen Zeiten lebten, auf einem einzelnen Bild wieder zum Leben, als ob sie gerade dabei wären, eine Dichterversammlung abzuhalten. Das Motiv erlangte in der späten Edo-Periode unter anderem durch Anhänger der Malerei-Schule Edo-Rimpa, wie Sakai Hōitsu (1761–1829) und Suzuki Kiitsu (1796–1858) enorme Popularität. Durch die Beliebtheit des sanjūrokkasen-Motivs der Rimpa-Schule beeinflusst, wurden vermutlich auch Vasen wie diese hergestellt. (MA)

Sammler/in:
Heinrich von Siebold (1852 St. Martin/Boppard - 1908 Schloss Freudenstein/Bozen) DNB

Material/Technik:
Keramik

Bildrecht
Weltmuseum Wien

Sammlungsbereich
Ostasien

Geographie
Ostasien/Japan

Inv. Nr.
34739

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