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Eine Schreibschatulle diente der Aufbewahrung von Gedichten, Briefen, oder Ähnlichem. Zusammen mit Reibsteinschatullen zählten solche Schatullen zu den essenziellen Schreibutensilien. Der Hofadel, die Samurai oder wohlhabende Händler verwendeten Schatullen, die lackiert und kunstvoll verziert waren; mit der Zeit wurden Schreibschatullen und Reibsteinschatullen immer häufiger als Set angefertigt. Im Inneren dieser großen, rechteckigen Holzschatulle befindet sich ein kakego (Einlagefach). Die Oberfläche ist schwarz lackiert und stilvoll mit goldenen Schwalbenschwanz-Wappen versehen, das in hira-makie- und tsukegake-Technik aufgetragen wurde. Neben Pflanzenmotiven lassen sich seit der Heian-Periode (794–1185) Motive mit Insekten, allen voran solche mit Schmetterlingen, im japanischen Kunsthandwerk finden. Von ihrer eleganten Erscheinungsform inspiriert, wurden Schmetterlinge des Öfteren als Motiv herangezogen, zumal sie auch die Wiedergeburt symbolisieren. Der ageha (Schwalbenschwanz) wurde als einer der größten und farbenprächtigsten Schmetterlinge ab der Kamakura-Periode (1185–1333) von den Samurai besonders geschätzt, weshalb dieser auch auf Familienwappen zu finden ist. Äußerlich wirkt diese Schatulle mit ihrem Schmetterlingsmuster auf schwarzem Grund relativ schlicht. Das Innere ist allerdings mit einem makie aus dichtem Goldstaub bedeckt, einem Stil der tsume-nashiji genannt wird. Die luxuriöse Fertigung lässt darauf schließen, dass es sich um eine Schreibschatulle eines wohlhabenden Hauses handelt. (KH)

Sammler/in:
Heinrich von Siebold (1852 St. Martin/Boppard - 1908 Schloss Freudenstein/Bozen) DNB

Bildrecht
Weltmuseum Wien

Sammlungsbereich
Ostasien

Geographie
Ostasien/Japan

Inv. Nr.
34752

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