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Eine große, rechteckige Kiste mit Metallbeschlägen an den Seiten, an denen eine violette, als Verschluss dienende Kordel angebracht ist. In einer älteren Inventarliste des Museums findet sich zwar die Bezeichnung „kotobako“, jedoch erscheint diese Kiste für ein gewöhnliches Musikinstrument koto (shichigenkin – siebensaitiges koto) zu klein, weshalb sich nur schwer Aussagen zu ihrer ursprünglichen Verwendung machen lassen. Der Korpus ist schwarz lackiert und mit Dreiblatt-Pfeilkraut-Wappen (tachi-omodaka-mon) und sechsfach-Hammer-Wappen (mutsu-tsuchi-mon) in makie- und tsukegake-Technik in Gold und Grüngold verziert. Die Innenfläche ist von einem mit makie-Goldstaub gesprenkelten mura-nashiji-Muster durchzogen. Das kakego (Einlagefach) ist mit einem in Durchbrucharbeit dargestellten kō-no-zu-Muster dekoriert. Als es in der späten Edo-Periode, vor allem unter den Familienhäusern der Feudalherren und des Shoguns zur Norm wurde für Hochzeitszeremonien eine ganze Garnitur an Möbelstücken anfertigen zu lassen, wurden immer häufiger Familienwappen in das Design der lackierten Gegenstände integriert. Da auf dieser Kiste sowohl das Dreiblatt-Pfeilkraut-Wappen als auch das sechsfach-Hammer-Wappen abgebildet sind, kann nicht eindeutig zugeordnet werden, in welchem der beiden Häuser sie verwendet wurde. Das in das kakego eingeschnitzte kō-no-zu-Muster weist zwar eine gewisse Ähnlichkeit mit dem auch als Familienwappen verwendete genji-kōmon-Muster (hatsune) auf, doch im Gegensatz zu den fünf Längslinien des genji-kōmon-Musters, besteht das Muster im Einlagefach dieser Kiste aus sechs Längslinien. Möglicherweise wurde die Kiste von Handwerkern gefertigt, die kein Wissen über das kumikō (ein Spiel zum Unterscheiden von Düften) hatten und fälschlicherweise eine Längslinie zu viel eingearbeitet haben. (KH)

Sammler/in:
Heinrich von Siebold (1852 St. Martin/Boppard - 1908 Schloss Freudenstein/Bozen) DNBarrow_outward
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