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Tamburin
Rebana
Hinweis: Nachfolgender Text stammt aus einem Sammlungskatalog des 19. Jahrhunderts und spiegelt in Sprache und Perspektive teilweise koloniale Denkmuster wider. Wir präsentieren den Text in seiner Originalfassung, um die Sammlungsgeschichte transparent zu machen und eine kritische Auseinandersetzung mit dem kolonialen Erbe zu fördern. Bestimmte Begriffe und Formulierungen können heute als problematisch empfunden werden. Ein Forschungsprojekt aus dem Jahr 2009 kam zu dem Schluss, dass die meisten Beschreibungen sachlich korrekt und weiterhin verwendbar sind; lediglich wenige Details erwiesen sich als ungenau oder fehlerhaft. Ergebnisse dieses Projektes wurden in folgendem Bestandskatalog publiziert: khm-wmw-tm-library.on.worldcat.org/oclc/1457155265"461. TamburinGanz nach Art der orientalischen gearbeitet, von dort auch durch die Araber hierhergebracht. Über einem hölzernen Ring auf der einen Seite das Trommelfell gespannt, in dem reich vergoldeten, braun lackirten Ringe zur Seite kleine Metallscheiben lose eingesetzt, die beim Schütteln ein schellenartiges Geräusch hervorbringen. Sie werden auf Java meist zur Tanzmusik gebraucht, werden jedoch nicht, wie im Orient, von der Tänzerin geschlagen ‚ sondern von einem Manne, der auf der Erde hockt, sie schüttelt und mit den Fingern oder flachen Hand nach einem gewissen Takte bearbeitet. Zur Tanzmusik auf Java, gehören alle möglichen Instrumente; ausser diesen Tamburinen verschieden grosse Metallbecken und Metallplatten, endlich die unvermeidliche Violine. Das Tanzen heisst auf Java "tandak", es besteht aus den kunstmässigen Verdrehungen des Körpers, vorzüglich in der Hüfte, den Verdrehungen der Arme in ihren Gelenken, und hier wieder vorzüglich in den Handgelenken, wobei die Füsse die geringste Arbeit haben, die Tanzende kaum den Platz verlässt. Das Tanzen ist ein Beruf, und dient nicht zum Vergnügen. Das Vergnügen bildet eben das betrachten des Tanzes und nicht das Tanzen selbst. Auf Java hat man folgende Sorten von Tänzerinnen: obenan die "Serimpi", die Hoftänzerinnen, vier an der Zahl und Prinzessinen von Geblüt, gewöhnlich zu Frauen von Prinzen bestimmt, sie tanzen nur vor den, Fürsten und sind mit kostbaren Kleidern und Schmuck geziert. Die "badaja", ebenfalls Hoftänzerinnen, neun an der Zahl, auch von hoher Abkunft, doch von minderem Range als die vorigen. Sie werden auch von den Fürsten an Prinzen und vornehme Regenten, d. i. eingeborne holländische Beamte, geliehen, doch niemals mehr als sieben zu gleich. Viele Prinzen und Regenten haben ihre eigenen "badajas", doch dürfen sie nie mehr als sieben besitzen und diese sind dann von minder vornehmer Geburt und Abstammung. Können sie keine geeigneten Mädchen finden, so werden sieben Jünglinge als Tänzerinnen angestellt, dieselben in Frauenkleider gekleidet. Endlich kommt die allgemeinste Art der Tänzerinnen, die "Ronggeng", die eigentlichen Bajaderen der Javanen. Es sind das öffentliche Tänzerinnen, die überall bei festlichen Gelegenheiten, sowie auf Verlangen im Hause, auch öffentlich auf der Strasse um Geld Lanzen. Ihre Tänze begleiten sie mit einem unangenehmen monotonen Gesang, meistens "Pantuns" ‚ d. i. volksthümliche kleine Lieder, erotischen und unsittlichen Inhaltes. Diese Tänzerinnen sind entweder sehr wenig oder sehr phantastisch angezogen, das Haupt ist immer mit einer grossen indischen Krone aus Goldflitterwerk geziert."Zitiert aus: Czurda, F. A. J. (1883). Catalog mit Erklärungen der Etnografischen Privatsammlung des Dr. F. A. J. Czurda in Postelberg (Böhmen). (S. 109-110). Wien, Wilhelm Braumüller

Sammler/in:
František A. J. Czurda (1844 Pisek - 1886 Cirebon) DNBarrow_outward
Zugangsdatum:
1883
Objektbezeichnung
Tamburin
Kultur
Java
Material/Technik:
Holz, Leder, Eisen
Bildrecht
Weltmuseum Wien
Sammlungsbereich
Insulares Südostasien
Geographie
Insulares Südostasien/Indonesien/Java
Inv. Nr.
17885
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