Di, 14.3.

19 Uhr

Recht setzen.

Vortragsreihe Kolonialismus und Recht von Sebastian M. Spitra

Vortrag
90 Min.
Teilnahme mit gültigem Museumsticket

Der zweite Vortrag der Reihe Kolonialismus und Recht – eine wechselvolle Beziehung gibt einen Überblick über frühneuzeitliche Imperien in der ersten Phase der europäischen Expansion. In dieser Zeit werden die kolonialen Verhältnisse weitgehend verrechtlicht, neue Institutionen gegründet und die Rechtswissenschaft gewinnt an Einfluss. Dies alles erfolgt vor dem Hintergrund eines noch vormodernen Rechtsverständnisses und Rechtssystems. Unterschiedliche rechtliche Beziehungen und Bereiche werden in den Blick genommen, um die rechtliche Ausgestaltung des Kolonialismus jener Epoche nachzuvollziehen.

Dauer: 90 Min.
Für die Teilnahme an der Veranstaltung benötigen alle Gäste ein gültiges Museumsticket (bzw. eine Jahreskarte, eine KHMembership oder eine Mitgliedschaft bei den Weltmuseum Wien Friends).
Anmeldung online (begrenzte Teilnehmer*innenanzahl)
Treffpunkt: WMW Forum

 

Kolonialismus und Recht – Eine wechselvolle Beziehung

Vortragsreihe von Sebastian M. Spitra

Die Vortragsreihe befasst sich mit dem Wechselverhältnis von Kolonialismus und Recht in der Geschichte der europäischen Expansion seit dem ausgehenden 15. Jahrhundert. In der Neuzeit, die durch so umwälzende Prozesse wie die Aufklärung, die Industrialisierung und den Aufstieg des Kapitalismus geprägt wurde, erlangte die europäische Hegemonie über den Rest der Welt jedoch eine zuvor nicht erreichte Ausdehnung und zugleich Durchdringung von Gesellschaften. In vielen Erzählungen über die Geschichte des Kolonialismus wird das Recht lediglich als Mittel kolonialer und später imperialer Machtpolitik beschrieben. Die Vortragsreihe möchte dieses Bild erweitern, denn Kolonialismus und Recht waren mannigfaltig aufeinander bezogen. Recht war nicht nur ein Instrument zur Regierung von Kolonien, sondern es konstruierte die koloniale Konstellation umfassend mit zahlreichen Rückwirkungen auf die Metropolen. Es präfigurierte und öffnete Handlungshorizonte für unterschiedlichste Akteure. In drei Vorträgen wird diese wechselvolle Beziehung zwischen Kolonialismus und Recht in verschiedenen Perioden der Kolonisierung näher betrachtet. Zum Abschluss wird sich ein interdisziplinär besetztes Podium mit der Dekolonisierung und den heutigen Kontinuitätslinien des Kolonialismus auseinandersetzen.

Sebastian M. Spitra forscht und lehrt am Institut für Rechts- und Verfassungsgeschichte der Universität Wien und ist Mitglied der Jungen Akademie der Akademie der Wissenschaften und Literatur | Mainz. Er studierte Rechtswissenschaften und Philosophie an der Universität Wien und der University of Michigan als Fulbright Grantee und mit einem Grotius Scholarship. Sein Buch Die Verwaltung von Kultur im Völkerrecht. Eine postkoloniale Geschichte (Nomos 2021) wurde 2022 in Zürich mit dem Preis des 43. Rechtshistorikertags ausgezeichnet.

 

Die Blätter der Palmyrapalme dienten auf Bali als Schreibmaterial. Diese auf 1884 datierten Manuskripte, lontar genannt, sind mit Notizen über Rechtsfälle beschrieben (Inv. Nr. 29587).
Vortrag
90 Min.
Teilnahme mit gültigem Museumsticket

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