Di, 21.4.
19 UhrWas ist heilig? Care-Praktiken für Museumssammlungen.
Roundtable mit Ayesha Fuentes, Elena Holzhausen and Claudia Augustat
Museen werden heute oft als säkulare Räume angesehen, wobei einige aktiv versuchen, sich von ihren religiösen etymologischen Ursprüngen zu distanzieren – dem griechischen Wort „mouseion“, das soviel wie „Tempel der Musen“ bedeutet. Dennoch beherbergen Museen wie das Weltmuseum Wien weiterhin Vorfahren und Verstorbene und enthalten mächtige Objekte: Yurupari-Flöten aus dem kolumbianisch-brasilianischen Grenzgebiet sind in der Ausstellung bewusst nicht zu sehen, da es sich um spirituelle Wesenheiten handelt, die von Uneingeweihten nicht betrachtet werden dürfen; in einer ähnlichen Geste wurde das Altar-Ensemble eines Geistmediums aus Nordostthailand dem Museum als Ort geschenkt, der die Kraft des Altars aufnehmen kann.
Diese Diskussionsrunde befasst sich mit dem offensichtlichen Widerspruch, der zwischen dem säkularen Museum als Aufbewahrungsort solcher spiritueller Artefakte entsteht, und hinterfragt, ob das Museum wirklich ein säkularer Raum ist und wie sich dieser Status auf die Bedeutung, den Wert und die Pflege der Artefakte in den Sammlungen auswirkt.
An der Diskussionsrunde nehmen folgende Podiumsteilnehmer teil:
Ayesha Fuentes ist Konservatorin und Forscherin mit Spezialisierung auf die Pflege und Erforschung materieller Religion. Sie promovierte 2021 an der SOAS University of London und schloss 2014 ihren Master in Konservierung archäologischer und ethnografischer Materialien an der UCLA/Getty ab. Kürzlich schloss sie ein Postdoktorat über Zugang und Konservierungsethik für materielle Kulturgutsammlungen am Museum of Archaeology and Anthropology der University of Cambridge ab. Sie arbeitet häufig mit Sammlungen aus dem Himalaya-Gebiet und ist derzeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin für Konservierung an der Cambridge University Library tätig. Weitere Informationen zu ihrer Arbeit finden Sie unter www.ayeshafuentes.com .
Elena Holzhausen ist Kunsthistorikerin, Diözesanrestauratorin und Leiterin der Kunstabteilung der Erzdiözese Wien. Sie studierte Kunstgeschichte, Germanistik und Asiatische Kunst an den Universitäten Würzburg, Heidelberg und Wien.
Claudia Augustat ist Doktorin der Kulturanthropologie und seit 2004 Leiterin der Südamerika-Sammlung im Weltmuseum Wien. Von 2015 bis 2017 war sie kuratorische Leiterin der Neugestaltung der Dauerausstellung im Weltmuseum Wien. Von 2019 bis 2023 war sie Projektleiterin des von der EU kofinanzierten Projekts Taking Care: Ethnographic and World Cultures Museums as Spaces of Care. Ihre Forschungsschwerpunkte sind materielle Kultur und kulturelles Gedächtnis, Museen und Kolonialismus, kollaborative Kuratorenschaft und die Dekolonialisierung der Museumspraxis.
Die Diskussionsrunde wird von Alisa Santikarn und Renée Riedler moderiert.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit GloCo Heritage Studies Vienna.
Roundtable in englischer Sprache
Für die Teilnahme an der Veranstaltung ist ein gültiges Museumsticket notwendig.
Für Jahreskartenbesitzer*innen, Weltmuseum Wien Friends, Patrons, Members und Ambassadors sowie ICOM-Mitglieder und Inhaber des Kulturpasses ist die Teilnahme kostenlos.
Anmeldung: online
Treffpunkt: WMW Forum
Einlass ab 18.30 Uhr


