Nepal Art Now

Zeitgenössische Kunst Nepals

11. April bis 6. November 2019
Das Weltmuseum Wien zeigt die bisher umfangreichste Ausstellung zu modernen und zeitgenössischen Kunst Nepals. Der Bogen der gezeigten Werke spannt sich von herausragenden Arbeiten aus den 1950er Jahren bis zu der gerade im Entstehen begriffenen pulsierenden jungen Kunstszene. Die Werke helfen nicht nur die Rolle des Westens im internationalen Kontext neu zu bestimmen, sondern zeigen auch wie sich das Lokale, das Nationale und das Globale durchdringen.

Über die Ausstellung

Über die Ausstellung

Seit der umstrittenen Schau Magiciens de la Terre im Centre Pompidou und in der Grande Halle de la Villette in Paris im Jahr 1989 haben die Kuratoren zahlreicher großer Ausstellungen und Biennalen ihre grundlegenden Praktiken zu überdenken begonnen, was unter anderem dazu führte, internationalen, nichteuropäischen Künstlern mehr Platz einzuräumen. Indem sich die geplante Ausstellung Nepal Art Now vor allem der zeitgenössischen Kunst Nepals widmet, lässt sie sich am besten als Fortsetzung dieser Schwerpunktverlagerung verstehen. Die Ausstellung begreift sich als Versuch zur Überbrückung der Kluft zwischen nepalesischen KünstlerInnen und europäischen ZuschauerInnen und misst den Kunstwerken ebenso viel Bedeutung zu wie dem Selbstverständnis der KünstlerInnen im Hinblick auf Fragen des kreativen Schaffensprozesses und der fruchtbaren Spannung zwischen Verwurzeltsein im Lokalen und überregionalen Interessen. Die Ausstellung und die Publikation Nepal Art Now sind das Ergebnis enger Zusammenarbeit mit nepalesischen KünstlerInnen, KuratorInnen sowie dem Nepal Art Council. Nepal Art Now wurde von Dina Bangdel (1963–2017), Swosti Rajbhandari Kayastha und Christian Schicklgruber kuratiert.

Manche nepalesische KünstlerInnen haben Akademien außerhalb ihres Landes besucht, andere wiederum sind weit gereist und haben sich viele neue künstlerische Praktiken aus den verschiedensten Teilen der Welt angeeignet. Daher kann es nicht überraschen, dass sich bestimmte Aspekte der zeitgenössischen Kunst Nepals internationalen Diskursen in diesem Bereich verdanken. Auch wenn die gezeigten Werke in der Kultur und den Traditionen Nepals verankert sind, schildern und behandeln sie allgemeine Anliegen. Mehrere Arbeiten vermitteln insofern ein Gefühl der sozialen Verantwortung, denen ein hohes Maß ästhetischen Empfindens und moralischer Ansprüche eigen ist, während die dargestellten Themen vom Erdbeben des Jahres 2015 bis zu Frauenrechten und Religion reichen.

Hit Man Gurung, Sunil Sigdel, Sanjeev Maharjan, Ang Tsherin Sherpa, Manish Harijan und andere ausgestellte KünstlerInnen vermeiden es, Europa und Nordamerika als Bezugsrahmen zu bemühen. Sie greifen vielmehr auf eine internationale Sprache der Kunst als Mittel zurück, ihre jeweilige kulturelle Identität zu entwickeln, deren Verästelungen in der allmählichen Aufweichung der eurozentrischen Perspektive in der zeitgenössischen Kunst ihren Niederschlag finden.

Täglich außer Mittwoch
10 bis 18 Uhr

Freitag
bis 21 Uhr

Weltmuseum Wien

Heldenplatz
1010 Wien

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Ausstellungskatalog 2019
Nepal Art Now
€ 35,00

Die Künstlerinnen von Janakpur

Die Künstlerinnen von Janakpur

Zusätzlich zum Ausstellungsbereich im Hochparterre erwartet das Publikum in einer der Sonderausstellungsgalerien im Mezzanin des Weltmuseum Wien eine von Claire Burkert kuratierte Präsentation mit Bildern von Künstlerinnen im Stil der Maithil-Kultur aus dem Grenzgebiet zu Indien.

Wenn eine Heirat oder ein religiöses Fest gefeiert wurde, bemalten die Frauen in der Region um die Stadt Janakpur die Wände ihrer Lehmhäuser mit Bildern von Göttern, glücksbringenden Vögeln und Tieren - bis der Monsun die Bilder wieder abwusch. Mittlerweile dominieren Häuser aus Zement oder Backstein, und die Tradition der Wandmalerei verschwindet. Heute ist Janakpur für eine einzigartige Bildsprache bekannt: 1989 begann eine Gruppe von Frauen die Bilder auf handgemachtes Papier zu übertragen.

Nach der Gründung des JWDC (Janakpur Women’s Development Centre) im Jahr 1991 begannen Maithil-Frauen, ihre Bilder als Einkommensquelle zu verkaufen. Trotz ihrer Zugehörigkeit zu unterschiedlichen Kasten arbeiten die Künstlerinnen hier zusammen, tauschen Ideen aus und unterstützen sich gegenseitig, frei von den Zwängen und Restriktionen ihrer Heimatdörfer. Mit der Zeit wurden die Werke narrativer und erzählten öfter vom täglichen Leben der Frauen, wobei jede Künstlerin ihre eigene Bildsprache entwickelte.

Teilnehmende KünstlerInnen

Teilnehmende KünstlerInnen

Lain Singh Bangdel
Lok Chitrakar
Asha Dangol
Chandra Dangol
Pramila Giri
Hit Man Gurung
Koshal Hamal
Manish Harijan
Kabi Raj Lama
Mekh Limbu
Lachhiman Maharjan
Sanjeev Maharjan
Sunita Maharjan
Kiran Manandhar
Manuj Babu Mishra
Sheelasha Rajbhandari
Ashmina Ranjit
Ajit Kumar Sah
Seema Sharma Shah

Shashi Bikram Shah
Uma Shankar Shah
Anil Shahi
Rabindra Shakya
Rajan Shakya
Siddhi Muni Shakya
Surendra Man Shakya
Ang Tsherin Sherpa
Gopal Kalapremi Shrestha
Laxman Shrestha
Samundra Man Singh Shrestha
Udaya Charan Shrestha
Sunil Sigdel
Birendra Pratap Singh
Soshana
S. C. Suman
Erina Tamrakar
Mukti Singh Thapa
Ragini Upadhyay Grela

Maithil Künstlerinnen:

Anuraghi Jha
Remani Mandal
Rebti Mandal
Suhagbati Saha
Madhumala Mandal
Manjula  Thakur
Sailo Yadav
Sudhira Karna
Komal Purbe
Rajkumari Mandal
Nirmala Ram
Renu Yadav
Pano Das
Indrakala Nidhi

In Kooperation mit

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Fotoausstellung der Dirghaman and Ganeshman Chitrakar Art Foundation und der Universität für angewandte Kunst Wien

Die Ausstellung Preserving a Legacy erzählt zwei Geschichten: einerseits die Geschichte von vier Generationen der Chitrakar Familie und deren Vermächtnis als Künstler, Fotografen und Dokumentarfilmer, andererseits eine Geschichte über die Erhaltung und Bewahrung des Kulturerbes in Nepal durch jahrzehntelange Restaurierung und konservierungs-wissenschaftliche Forschung des Instituts für Konservierung und Restaurierung, Universität für angewandte Kunst Wien.

Ausstellungsdauer: 22. März 2019 - 12. April 2019
Ort: Universitätsgalerie Heiligenkreuzer Hof, Grashofgasse 3 oder Schönlaterngasse 5, Sala terrena, 1010 Wien
Mehr Info zur Ausstellung finden Sie hier.

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